Von traditioneller zu Cloud-nativer Virtualisierung: Eine Plattform für alle Workloads
Viele Unternehmen überdenken heute nicht nur aus Kostengründen ihre Virtualisierungsstrategie. Hybride Multi-Cloud-Architekturen sowie neue Edge- und KI-Szenarien lassen sich mit vorhandenen Plattformen oft nicht mehr abbilden. Cloud-native Virtualisierungslösungen wie SUSE Virtualization schaffen hier Abhilfe und schlagen die Brücke zwischen Legacy-Systemen und modernen Anwendungswelten.
Virtualisierungslösungen sind nach wie vor ein zentraler Bestandteil der meisten IT-Landschaften. Geschäftskritische Anwendungen, Datenbanken und Legacy-Systeme laufen oft schon seit vielen Jahren auf virtualisierten Plattformen. Was sich in der Vergangenheit bewährt hat, bremst heute jedoch die Modernisierung von Anwendungen und damit auch die digitale Transformation von Unternehmen aus.
Denn traditionelle Virtualisierungslösungen können mit den großen Veränderungen der IT-Welt oft nicht mehr Schritt halten. Nur noch die wenigsten Unternehmen betreiben beispielsweise ihre IT komplett im eigenen Rechenzentrum. Laut dem „Cloud Report 2025“ des Digitalverbands Bitkom sind Cloud-Anwendungen mittlerweile in 90 Prozent aller Unternehmen im Einsatz. 41 Prozent verfolgen dabei bereits eine Multi-Cloud-Strategie und beziehen Cloud-Dienste von unterschiedlichen Anbietern.
Hinzu kommen neue Anforderungen durch Automatisierung, Containerisierung, DevOps und KI-Workloads. IT-Teams sollen innovative Lösungen immer schneller bereitstellen, Ressourcen flexibel skalieren und dabei Governance, Sicherheit und Kosten immer im Griff behalten. Mit traditionellen Virtualisierungsplattformen lassen sich diese Anforderungen nicht mehr erfüllen.
Wo klassische Virtualisierung heute an ihre Grenzen stößt
Virtualisierungslösungen wurden ursprünglich entwickelt, um die Auslastung der physischen Serversysteme im Rechenzentrum zu verbessern. In modernen IT-Landschaften mit containerisierten Anwendungen und verteilten Cloud- und Edge-Standorten zeigt dieses Modell jedoch zunehmend strukturelle Schwächen:
- Fehlende Flexibilität in hybriden Umgebungen: Traditionelle Virtualisierungsplattformen sind häufig auf klar abgegrenzte Infrastrukturen ausgelegt. Die Integration von Cloud- und Edge-Szenarien erfordert zusätzliche Werkzeuge, Schnittstellen und Betriebsmodelle.
- Getrennte Verwaltung von VMs und Containern: Klassische Virtualisierung und Cloud-native Plattformen werden meist parallel betrieben. Das führt zu Silos, doppelten Prozessen und fehlender Transparenz über die Gesamtumgebung.
- Hoher manueller Betriebs- und Migrationsaufwand: Provisionierung, Skalierung und Lifecycle-Management sind in diesen komplexen Umgebungen oft nur eingeschränkt automatisierbar. Das macht Rollouts und Migrationen zeitintensiv und risikobehaftet.
- Wirtschaftliche Ineffizienz bei dynamischen Workloads: Starre Kapazitäts- und Lizenzmodelle passen schlecht zu Workloads mit stark schwankender Auslastung und kurzen Lebenszyklen.
- Begrenzte Innovationsfähigkeit: KI-gestützte, datenintensive oder Edge-nahe Anwendungen lassen sich oft nur mit erheblichem Zusatzaufwand integrieren.
In der Summe wird klassische Virtualisierung damit nicht obsolet, aber zunehmend zum limitierenden Faktor, wenn IT-Organisationen ihre Infrastruktur stärker automatisieren und modernisieren wollen.
Cloud-native Virtualisierung als nächste Evolutionsstufe
Cloud-native Virtualisierung entwickelt klassische Virtualisierung weiter, um den Betrieb moderner, verteilter IT-Landschaften zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht ein einheitlicher Architekturansatz, der Automatisierung, Skalierung und Integration über unterschiedliche Umgebungen hinweg ermöglicht. So lassen sich über eine Plattform verschiedene Workload-Typen zentral managen:
- bestehende VM-basierte Anwendungen, die Stabilität und planbare Performance benötigen
- Cloud-native Workloads, die auf schnelle Bereitstellung und Skalierung ausgelegt sind
- Edge- und Spezialanwendungen, bei denen die physische Nähe zu Daten und Maschinen entscheidend ist
Kubernetes übernimmt dabei die Rolle der zentralen Steuerungs- und Abstraktionsebene. Infrastruktur – einschließlich virtueller Maschinen – wird deklarativ beschrieben, über APIs gesteuert und automatisiert bereitgestellt. Virtuelle Maschinen werden als reguläre Workloads behandelt und gemeinsam mit Containern verwaltet, ohne dass bestehende Anwendungen angepasst oder neu entwickelt werden müssen.
Diese Integration vereinfacht und standardisiert den IT-Betrieb. Provisionierung, Skalierung und Lifecycle-Management folgen einheitlichen, reproduzierbaren Prozessen. Gleichzeitig ermöglicht Cloud-native Virtualisierung einen schrittweisen Übergang von der traditionellen in die neue IT-Welt: Bestehende Anwendungen bleiben im Einsatz, wo sie sinnvoll sind, und können nach und nach modernisiert werden. So bauen IT-Abteilungen eine Brücke zwischen stabilen Legacy-Systemen und innovativen Diensten, ohne dabei den laufenden Betrieb zu gefährden.
Mehr über die Entwicklung von traditioneller zu Cloud-nativer Virtualisierung lesen Sie in diesem Whitepaper.
Wie Unternehmen von Cloud-nativer Virtualisierung profitieren
Cloud-native Virtualisierung hilft Unternehmen, den technologischen Wandel voranzutreiben und Ressourcen noch effizienter und flexibler zu nutzen. Daraus ergeben sich zahlreiche Mehrwerte für den Betrieb von IT-Infrastrukturen und die strategische Handlungsfähigkeit.
- Höhere operative Effizienz: Standardisierte Prozesse und ein durchgängiges Betriebsmodell reduzieren Komplexität, Abstimmungsaufwand und Fehleranfälligkeit.
- Bessere Skalierbarkeit: Neue Standorte, zusätzliche Workloads oder steigende Lasten lassen sich flexibel unterstützen, ohne dass der Betrieb grundlegend neu organisiert werden muss.
- Schnellere Umsetzung neuer Business-Anforderungen: Die IT kann Infrastruktur für innovative Services flexibler bereitstellen – etwa für datenintensive Analysen, neue KI-Anwendungen oder Edge-Szenarien.
- Entlastung von IT-Teams: Automatisierung und Self-Service ermöglichen es, auch komplexe Umgebungen mit kleinen Teams zuverlässig zu betreiben.
- Verbesserte Kostenkontrolle und wirtschaftlicher Betrieb: Effizientere Ressourcennutzung, weniger manuelle Eingriffe und geringere Betriebskomplexität wirken sich direkt auf die Gesamtkosten aus.
Um auch in Zukunft technologisch unabhängig zu bleiben, ist es dabei wichtig, die Vendor Lock-Ins klassischer Virtualisierungsprodukte zu vermeiden. Cloud-native Virtualisierungsplattformen wie SUSE Virtualization basieren daher vollständig auf Open-Source-Technologien und offenen Standards. Das schafft Transparenz, reduziert strukturelle Abhängigkeiten und erhöht die langfristige Zukunftssicherheit. Unternehmen behalten die Wahlfreiheit über Plattformen, Komponenten und Betriebsmodelle und sichern so ihre digitale Souveränität.
Cloud-native Virtualisierung in der Praxis: BMW
Die BMW AG setzt Cloud-native Virtualisierung bereits seit mehreren Jahren erfolgreich ein. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Silo-Architekturen aufzulösen und eine einheitliche, datengetriebene Produktionsumgebung zu schaffen. Klassische Fertigungslinien, moderne Cloud-Architekturen, Edge-Systeme und KI werden dabei eng miteinander verzahnt.
Gemeinsam mit SUSE implementierte BMW dafür eine offene, Cloud-native Infrastruktur, die sich über Private Cloud, Public Cloud und Edge erstreckt. Grundlage ist eine OpenStack-basierte Umgebung mit SUSE Virtualization und SUSE Rancher für das Management containerisierter Edge-Workloads. Ausschlaggebend bei der Entscheidung für SUSE war die Fähigkeit, klassische VMs und neue, Cloud-native Anwendungen auf einer gemeinsamen Plattform zu betreiben und die Bereitstellung hochgradig zu automatisieren.
Konkrete Mehrwerte und Kennzahlen bei BMW:
- Handling von 110.000 Builds pro Tag in der Private Cloud-Umgebung
- Automatisierte Erstellung und Löschung von 2,6 Millionen VMs pro Monat
- Durchgängige Integration von Cloud und Edge statt isolierter Betriebsmodelle
- Digitale Zwillinge von Produktionslinien zur Simulation und Optimierung
- KI-gestützte Qualitätssicherung am Edge für schnellere Fehlererkennung
- Einfache Skalierbarkeit auf Basis offener, Cloud-nativer Technologien
Für BMW wird die Cloud-native Virtualisierung damit zum Enabler für digitale Fabriken, datenbasierte Entscheidungen und kontinuierliche Optimierung. Oder wie Andreas Pöschl, Senior Solutions Architect bei BMW, es zusammenfasst: „Wir digitalisieren die Fabriken und führen alles zusammen, so dass wir über den gesamten Prozess hinweg ein durchgängiges Datenmanagement haben. […] Wenn man nicht versteht, dass es um mehr geht als um den Betrieb einer großen Anzahl von VMs, wird man die Vorteile der Public Cloud nicht ausschöpfen können.“
Neue Webinarreihe zum Thema Cloud-native Virtualisierung
Erfahren Sie mehr darüber, warum sich der Wechsel zu einer modernen, Cloud-nativen Virtualisierungsplattform lohnt. Am 10. Februar 2026 starten wir eine Webinarreihe zu den Einsatzmöglichkeiten von SUSE Virtualization. Für die ersten beiden Termine können Sie sich bereits registrieren:
10.02.2026: Virtualisierung neu gedacht: Warum SUSE die richtige Wahl für Ihre Zukunft ist
10.03.2026: VMware-Alternative gesucht? So gelingt der Wechsel zu SUSE